Lebenslauf:
    Pater Dr. Jan Horák  SDB 

Für eine Sendung des tschechischen Fernsehen wurde P. Jan Horak interviewt; u.a. sagte er:

        „Ich wurde am 10. April 1943 in einer katholischen Familie in Prag geboren. In meiner Familie hat man tschechisch, slowakisch und deutsch gesprochen. Ich habe diese Sprache gehört, aber in der Schule, leider, nur die tschechische Sprache gepflegt. Nach der Volks- und Hauptschule besuchte ich mit Abschluss der Reifeprüfung die höhere Technische Schule für Elektrotechnik in Prag.
          Danach 1961-1965 arbeitete ich als Techniker in dem Forschungsinstitut der Akademie für Wissenschaft in Prag. In dieser Zeit war das Ideal junger Menschen ein Techniker, ein Ingenieur zu werden. Beim Beruf habe ich mich immer dem technischen Studium und der Mathematik gewidmet. Ich habe fest daran geglaubt, dass die Technik, die Mathematik und technische Erfindungen ein Menschenleben und ganze Welt zum guten verändern können. Ich habe im laufe der zweijährigen militärischen Grundausbildung in Mähren und in der Slowakei viel über das Leben nachgedacht und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass das Leben keine Gerade ist, kein gespannter Draht, dass das menschliche leben kein teil einer Fließbandproduktion ist. Das menschliche Leben ist viel komplizierter und schwieriger: So fand ich im Laufe des Militärs eine neue Lebensrichtung. Nach dem Militär ging ich über Schweden, Finnland und die Schweiz nach Italien mit Absicht mit der Jugend zu arbeiten, Salesianer zu werden.“ ---

       1965 trat Jan Horak in Turin (Italien) zu den Salesianer Don Boscos ein. 1969-1971 machte er sein pädagogisches Praktikum an der technischen Fachschule in Turin. Die ewige Profess legte er am 24. August 1973 in Rom ab. Das fünfjährige theologische Studium absolvierte er in Verona. Am 29. Jänner 1977 wurde er in der Don Bosco-Kirche am Colle Don Bosco (Becchi) von Kardinal Michele Pellegrino zum Priester geweiht.

       1977-1982 hatte er die Führung des Jugendheimes in St. Martin / Gsies (Südtirol) über. 1982-1987 war er in Rom für das tschechische Pilgerhaus "Velehrad" in der Via delle Fornaci zuständig. In dieser Zeit hat er die Vorlesungen und Prüfungen an den Universitäten von Rom geleistet und das Lizenziat und dann das Doktorat in der Theologie mit der Schwerpunkt Spiritualität promoviert. Auch als Universitätsassistent hat er nie Kontakt mit Kindern und Jugendlichen verloren, da er immer bei den Ferienaktionen und Sommerlagern mitgearbeitet hat. Weiteres hat er an der Zeitschrift „Rozhledy“ mitgearbeitet, ein Rundbrief für Kinder und Jugendliche, welche er jetzt auch ins Internet gegeben hat: www.rozhledy.at - Er hat bei Illustration und Druckkorrekturen tschechischer Religionsbücher mitarbeitetet und sein erstes eigenen Buch „Bewundernswerte Erfindungen“ wurde in Rom in tschechischer Sprache gedruckt.

         Nach 22 Jahren in Italien kam er nach Wien. 1987 wurde er zum Seelsorger der Tschechischen Gemeinde in Wien ernannt. Seit 1988 ist er im Schuldienst an der Komensky-Schule in Wien 3. als Religionslehrer tätig. Er hat sich voll und ganz den Kinder und der Jugend gewidmet. Er fuhrt mit ihnen auf Ausflüge, organisierte Sommer- und Winteraktionen und richtete Studienwochen für die Jugend. 1993 wurde er zum Kirchenrektor der tschechischen Erlöserkirche am Rennweg ernannt und dann 1996 zum Oberseelsorger für die Tschechen in Österreich. Im Jahr 2000 wurde er, neben seiner bisherigen Tätigkeit, als Religionsprofessor an dem Bilingualen Oberstufenrealgymnasium des Schulvereins "Komensky" in Wien bestellt.

         Für P. Horak war die Matura in Religion auch möglich, sicher aber nicht Ziel und Höhepunkt des Religionsunterrichts, der soll dem Schüler helfen, den persönlichen Glauben entweder argumentativ zu bestärken und Missverständnisse abzubauen, oder eine ernste Einladung sein, sich weiter mit der religiösen Fragen  auseinander zusetzen. So bleiben vorrangig die Stärkung der Identität, die Vorbereitung auf die Sakramente und die Begleitung im Glauben.